Der LVTS Ber­lin ver­an­stal­tet am 28.11. und 29.11.2019 für die Lehrkräfte der Sekun­dar­stu­fen I und II der

öffentlichen Ber­li­ner Schu­len in Abstim­mung mit der Senats­ver­wal­tung für Bil­dung, Jugend und Fami­lie eine Arbeits­ta­gung zum The­ma:

GLOBAL.LOKALGRENZÜBERSCHREITENDE (WECHSEL-)BEZIEHUNGEN

Glo­ba­li­sie­rung ist ein Pro­zess, in dem „Ereig­nis­se in einem Teil der Welt zuneh­mend Gesell­schaf­ten und Pro­blem­be­rei­che in ande­ren Tei­len der Welt berühren« (Wichard Woy­ke). Die natürlichen Gren­zen von Zeit und Raum spie­len in vie­len Berei­chen eine immer gerin­ge­re Rol­le; wir leben in einer kom­ple­xen, hoch­ver­netz­ten Welt. Das bedeu­tet aber nicht, dass sich glo­ba­le Pro­zes­se nicht auch auf einer loka­len Ebe­ne beschrei­ben las­sen. Und: Glo­ba­li­sie­rung ist ein offe­ner Pro­zess. Damit beginnt die Suche nach Ide­en, neu­en Lebens­sti­len, Problemlösungsstrategien sowie gesell­schaft­li­cher Ord­nung inner­halb und zwi­schen Staa­ten. Das ist eine Chan­ce alter­na­ti­ve Zukunfts­sze­na­ri­en zu ent­wi­ckeln und das Thea­ter als Ort uto­pi­scher For­schung zu stärken. Aber die Glo­ba­li­sie­rung spielt nicht nur auf der gesell­schaft­li­chen Ebe­ne eine gro­ße Rol­le. Fand früher Identitätsbildung in rela­tiv geruh­sa­men Bah­nen und vor dem Hin­ter­grund eines halb­wegs sta­bi­len Sys­tems von Wer­ten und Nor­men statt, muss die eige­ne Identität heu­te zuneh­mend vor dem Hin­ter­grund rasan­ter Veränderungen aus­ba­lan­ciert wer­den. Sie betrifft also den Kern unse­rer eige­nen Persönlichkeit.

Der Work­shop beschäftigt sich mit gesell­schaft­li­chen Pro­zes­sen, deren Spu­ren sich auch im alltäglichen Lebens­um­feld nach­zeich­nen las­sen. Es soll ver­sucht wer­den, Spiel­wei­sen, ästhetische For­ma­te, dra­ma­tur­gi­sche Lösungen und expe­ri­men­tel­le Set­ups zu fin­den, die der Komplexität und Multiperspektivität von glo­ba­len Fra­ge­stel­lun­gen sze­nisch gerecht wer­den. Wie kann die Unübersichtlichkeit der Welt sicht­bar gemacht wer­den? Wie kann die „Glo­ka­li­sie­rung“ (Roland Robert­s­on) als gesell­schaft­li­che Normalität moder­ner Men­schen im Gegen­warts­thea­ter the­ma­tisch und for­mal krea­tiv bear­bei­tet wer­den? – Die­sen Fra­gen soll vor allem anhand von prak­ti­schen Übungen nach­ge­gan­gen wer­den.

LEITUNG: SABINE KÜNDIGER
DOZENTIN: LIZ RECH (Dra­ma­tur­gin, Regis­seu­rin, Per­for­me­rin, Ham­burg)

Ort der Tagung: Aula der Ellen-Key-Ober­schu­le
Rüdersdorfer Stra­ße 20–27, 10243 Ber­lin; Friedrichshain/Kreuzberg

 

Zur Teil­nah­me sind alle Lehrkräfte, die das Fach Theater/Darstellendes Spiel der öffentlichen Ber­li­ner Schu­len in den Sekun­dar­stu­fen I und II sowie in Kol­leg­schu­len und beruf­li­chen Gym­na­si­en unter­rich­ten, ein­ge­la­den.